Wetterfest und gut verpackt

Sie sind bei Wind und Wetter draußen: Die Pflegekräfte der Diakoniestation Niendorf. Arbeitsmaterialien wie Dokumentationsmappen und Medikamente geraten da schnell in Mitleidenschaft. Durch eine Spende aus dem Haspa-Lotteriesparen kann Pflegedienstleiterin Ina Winter nun spezielle Pflegetaschen für ihr Team anschaffen.

„Zurzeit arbeiten wir mit Körben. Die sind aber unhandlich und schwer. Ich wünsche mir für mein Team Taschen, mit denen sie beide Hände frei haben, um jederzeit helfend eingreifen zu können“, erklärt Ina Winter. Eine zweckgebundene Spende in Höhe von 1.200 Euro erlaubt die Anschaffung einer eigenen Tasche für jede Pflegekraft: wasserfest, zum Umhängen und ausgestattet mit einem Hüftgurt. Martin Englert (Haspa Regionalleiter Niendorf) und Daan Scheffler (Filialleiter am Tibarg) brachten die Spendenzusage und ihre herzlichsten Glückwünsche persönlich in die Lippertsche Villa am Garstedter Weg, wo die Diakoniestation ihren Sitz hat – eine Gelegenheit, die alle Beteiligten gleich für ein nachbarschaftliches Kennenlernen nutzten.

Schon im vorigen Jahr konnte die Diakoniestation vom LotterieSparen profitieren. Damals wurden dringend benötigte Möbel für das Dienstzimmer angeschafft. Das Prinzip funktioniert folgendermaßen: Kunden sparen monatlich einen geringen Betrag. Ein Teil des Geldes fließt in eine Lotterie, mit einem weiteren Teil werden soziale Einrichtungen in der Region mit zweckgebundenen Spenden unterstützt. In diesem Jahr gehen im Bezirk Niendorf bis zu 22.000 Euro an gemeinnützige Einrichtungen. Der Diakoniestation Niendorf erleichtert diese Spende in Zukunft ein wenig den Arbeitsalltag.

Der Mensch steht im Mittelpunkt

…und nicht im Weg.

Manchmal sitzt Herr F. an Dagmar Wüstenbergs Schreibtisch und nimmt ihre Anrufe entgegen. Die Leitungskraft der Wohngemeinschaft Norderstedt lässt ihn gewähren, denn Herr F. war früher in leitender Position tätig. Heute lebt er von diesen Erinnerungen.

Frau S. verlässt gelegentlich unangekündigt das Haus. Niemand hält sie auf – aber einer der Mitarbeitenden folgt, damit ihr nichts zustößt.

Die Fokussierung auf den einzelnen Menschen zeigt sich in der Wohngemeinschaft Norderstedt an Kleinigkeiten. Dagmar Wüstenberg erklärt: „Wir praktizieren hier eine 100-prozentige Annahme des Einzelnen“

Im Detail gegen den Einheitsbrei

Ganz praktisch zeigt sich diese Haltung im Alltag: Da kauft Betreuer Roland W. gemeinsam mit den Mietern frisches Obst und Gemüse auf dem Markt, da werden die Mahlzeiten für Mieter, die Schwierigkeiten mit den Zähnen haben, mit der Kartoffelpresse zerkleinert – nicht mit einem Mixer, der aus jeder Speise einen geschmacklichen „Einheitsbrei“ machen würde. Wichtig in diesen Tagen ist auch die Gestaltung der Weihnachtszeit: liebevoll geschmückte Räume und ein Duft von Tannen und Weihnachtsgewürzen in jedem Raum. Regelmäßig treffen sich die Mieter im gemütlichen Wohnzimmer und singen gemeinsam Weihnachtslieder. Auch am Heiligabend muss hier selbstverständlich niemand einsam sein: Einige Mitarbeitende feiern gemeinsam mit Mietern und Angehörigen.