Ein musikalischer Nachmittag

Ein musikalischer Nachmittag

Tagespflege Garstedt veranstaltet zum ersten Mal Konzert-Nachmittag

Garstedt, 6.5.2014: Normalerweise rocken Bernhard Stadler und Hannes Heinig mit E-Gitarre und Rock ´n´Roll Band über die Bühne. Am vergangenen Samstag schlugen sie leisere Töne an. Beim Musiknachmittag der Tagespflege der Pflegediakonie in Norderstedt/Garstedt griffen sie zur Akustikgitarre und sangen Wander- und Heimatlieder.

„Wir haben die ganze letzte Woche Lieder eingeübt“, berichtete Almut Friedrichs, Mitarbeiterin der Tagespflege, vor dem Konzert. Offensichtlich hat sie mit den Gesangsstunden Lust auf mehr gemacht – pünktlich um 14:30 war der helle Gemeinschaftsraum gefüllt mit etwa 25 Musikliebhabern – weitaus mehr als angemeldet. Vor dem Musizieren hieß es daher zunächst Stühle rücken.

Zweite Stimme aus dem Publikum

Dass sich das Üben gelohnt hat, zeigte sich schon nach wenigen Liedern. Bernhard Stadler und Hannes Heinig, die gemeinsam in der Rock´n´Roll-Band Rocking Memories spielen, wurden von einem kräftigen Chor unterstützt, der sich nicht nur textsicher zeigte, sondern auch die zweite Stimme übernahm. Von Volksweisen aus Niederbayern über den „Jäger aus Kurpfalz“ bis hin zu „Dat du min Leevsten büst“ aus norddeutschen Gefilden sangen sich die beiden Musikanten einmal quer durch die Bundesrepublik und scheuten dabei auch nicht die plattdeutsche Mundart – obwohl sie selbst aus Bayern bzw. Nordrhein-Westfalen stammen. Zum Beweis ließen es sich die beiden auch nicht nehmen, ihrem norddeutschen Publikum „echten bayrischen HipHop“ vorzutragen: die Volksweise „Drunten in der grünen Au“.

So sangen, musizierten, lachten und plauderten sich die Band, ihr Publikum und die Mitarbeitenden durch den Nachmittag, ohne Ermüdungserscheinungen in Stimme und Stimmung – ein Zustand, für den neben der erfrischenden musikalischen Darbietung auch reichlich Kaffee und selbstgebackener Kuchen beitrug.

„Diese Aktion war ein Pilotprojekt in unserer Einrichtung“, erklärte Miriam Buroh, seit einigen Monaten Leiterin der Tagespflege und fügt hinzu: „Wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten Musiknachmittag.“

Tagespflege mit neuer Leitung

Tagespflege mit neuer Leitung

Norderstedt, 2. April 2014 – Miriam Buroh ist eine vielseitige Frau: Sie reist und liest gern, lernt Rock‘n‘Roll-Tanz, kümmert sich um ihre kleine Tochter – und leitet seit kurzem die Tagespflege der Pflegediakonie im Norderstedter Stadtteil Garstedt.

Dort im Seniorenzentrum am Kirchturm hat Miriam Buroh eine Aufgabe gefunden, die zu ihren Überzeugungen passt. „Man sollte Menschen die Möglichkeit geben, so lang wie möglich in ihrem vertrauten Zuhause zu bleiben. Eine Tagespflege ist da eine wunderbare Ergänzung, die die Angehörigen entlastet und den Gästen eine belebende Gemeinschaft bietet“, so die Pflegedienstleiterin, die bisher in der ambulanten Pflege arbeitete. Über einen Abstecher in die Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz kam sie in die Tagespflege – und ist dort beeindruckt von der Gruppendynamik. „Die Gäste bilden eine Gemeinschaft. Sie unterstützen sich gegenseitig. Das Verhalten des Einzelnen hat immer Einfluss auf die Gruppe“, erklärt sie. Auch der enge Kontakt zu den Gästen gefällt ihr: „Ich lerne die Menschen in der Tagespflege ganz anders kennen als Pflegekunden in der ambulanten Pflege, die ich oft nur für einige Minuten täglich besucht habe.“

Ganz fremd war ihr die Einrichtungsform Tagespflege nicht, bildet diese doch eine Schnittstelle zwischen der ambulanten und der stationären Pflege: Pflegebedürftige Menschen verbringen dort den Tag gut betreut und in belebender Gesellschaft, wohnen aber weiterhin im eigenen Zuhause. Bereits während ihrer Ausbildung zur Pflegedienstleitung hospitierte Miriam Buroh in einer solchen Einrichtung. „Für mich ist dies der perfekte Job“, sagt die Leitungskraft. „Sie entspricht meinen ideellen Vorstellungen von Pflege, das Team ist großartig – und außerdem kann ich im Notfall meine Tochter mitbringen. Darüber freuen sich die Tagesgäste nämlich besonders.“