Dem Duft auf der Spur

Dem Duft auf der Spur

Pflegekräfte lernen in Aromapflege-Kurs die Anwendung ätherischer Öle bei pflegebedürften Menschen

Freude durch Orange. Römische Kamille gegen Ängstlichkeit und Rosenblüte für emotionale Öffnung: Wenn ätherische Öle sich in der Luft lösen, wirken sie durch ihre biochemischen Inhaltsstoffe und ihren Duft unmittelbar auf den Menschen. Schon Kaiserin Kleopatra machte sich diese Effekte zunutze – und seit vielen Jahren kommen die natürlichen Substanzen in der Krankenpflege zum Einsatz.

Kürzlich absolvierten Mitarbeiterinnen der Pflegediakonie Hamburg-West/Südholstein eine zweitägige Schulung zum Thema Aromapflege. Denn in der Altenpflege ist die Anwendung um ein vielfaches komplexer als daheim beim Anzünden einer Duftlampe: Wo Öle pflegerisch eingesetzt werden, müssen Herkunft, Wirkungsweise, Indikation und Kontraindikationen bestens bekannt sein. Für die Kursteilnehmerinnen bedeutete dies zwei Tage konzentriertes Lernen in der Großstadtmission Prisdorf. Geleitet wurde der Lehrgang von Stephanie Größel, die seit vielen Jahren als Aromatherapeutin bei der Firma Primavera arbeitet und für sich die Bedeutung von schönen, natürlichen Düften erkannt hat: „Ohne wunderbare Düfte fehlt dem Leben etwas.“

Mit dem richtigen Wissen sind die Öle vielseitig einsetzbar. So verschafft Lavendel fein, aufgetragen auf die Haut, Linderung bei Sonnenbrand. Orangenöl in der Duftlampe bringt eine unbeschwerte Leichtigkeit in den Raum. Andere Öle wiederum wirken gar leicht sedierend oder fördern einen ruhigen Schlaf. In der Pflege von Demenzkranken werden ätherische Öle eingesetzt, da sie unmittelbar auf das emotionale Erleben der Erkrankten einwirken können – auch wenn man die Person mit Worten schon lange nicht mehr erreicht. Viele Kursteilnehmerinnen hatten, begründet durch ihre alltägliche Arbeit, noch ein weiteres Anliegen: Die Anwendung der Aromapflege bei sterbenden Menschen. „Ätherische Öle können an dieser Stelle viel bewirken“, erläutert Stephanie Größel. Wichtig sei auch hier die korrekte Anwendung: „Vielleicht braucht es ein Öl, das das Loslassen fördert. Oder aber Familienangehörige werden dabei unterstützt, sich noch einmal emotional zu öffnen. Die Anwendung von Körperölen in Form von Massagen gibt zudem durch die Kombination von Berührung und Duft Sicherheit.“

Vieles kann man über ätherische Öle auswendig lernen: Ihre Rezeptur, ihre Herkunft und Gewinnung, ihre biochemischen Inhaltsstoffe. Um sie in der Patientenversorgung anzuwenden, gilt es aber, eigene Erfahrungen zu sammeln. Deshalb wurde während des Kurses selbstverständlich nicht nur gepaukt, sondern hauptsächlich geschnuppert und experimentiert – mit Duftlampen, Kopf- und Armmassagen und sogar bei einer gemeinsamen Duftmeditation. „Ich fühle mich total inspiriert und glaube, vielen meiner Pflegekunden damit in Zukunft etwas ganz besonders Gutes tun zu können“, sagt Claudia Kirschberger von der Diakoniestation Glückstadt/Wilster anschließend.

Ein musikalischer Nachmittag

Ein musikalischer Nachmittag

Tagespflege Garstedt veranstaltet zum ersten Mal Konzert-Nachmittag

Garstedt, 6.5.2014: Normalerweise rocken Bernhard Stadler und Hannes Heinig mit E-Gitarre und Rock ´n´Roll Band über die Bühne. Am vergangenen Samstag schlugen sie leisere Töne an. Beim Musiknachmittag der Tagespflege der Pflegediakonie in Norderstedt/Garstedt griffen sie zur Akustikgitarre und sangen Wander- und Heimatlieder.

„Wir haben die ganze letzte Woche Lieder eingeübt“, berichtete Almut Friedrichs, Mitarbeiterin der Tagespflege, vor dem Konzert. Offensichtlich hat sie mit den Gesangsstunden Lust auf mehr gemacht – pünktlich um 14:30 war der helle Gemeinschaftsraum gefüllt mit etwa 25 Musikliebhabern – weitaus mehr als angemeldet. Vor dem Musizieren hieß es daher zunächst Stühle rücken.

Zweite Stimme aus dem Publikum

Dass sich das Üben gelohnt hat, zeigte sich schon nach wenigen Liedern. Bernhard Stadler und Hannes Heinig, die gemeinsam in der Rock´n´Roll-Band Rocking Memories spielen, wurden von einem kräftigen Chor unterstützt, der sich nicht nur textsicher zeigte, sondern auch die zweite Stimme übernahm. Von Volksweisen aus Niederbayern über den „Jäger aus Kurpfalz“ bis hin zu „Dat du min Leevsten büst“ aus norddeutschen Gefilden sangen sich die beiden Musikanten einmal quer durch die Bundesrepublik und scheuten dabei auch nicht die plattdeutsche Mundart – obwohl sie selbst aus Bayern bzw. Nordrhein-Westfalen stammen. Zum Beweis ließen es sich die beiden auch nicht nehmen, ihrem norddeutschen Publikum „echten bayrischen HipHop“ vorzutragen: die Volksweise „Drunten in der grünen Au“.

So sangen, musizierten, lachten und plauderten sich die Band, ihr Publikum und die Mitarbeitenden durch den Nachmittag, ohne Ermüdungserscheinungen in Stimme und Stimmung – ein Zustand, für den neben der erfrischenden musikalischen Darbietung auch reichlich Kaffee und selbstgebackener Kuchen beitrug.

„Diese Aktion war ein Pilotprojekt in unserer Einrichtung“, erklärte Miriam Buroh, seit einigen Monaten Leiterin der Tagespflege und fügt hinzu: „Wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten Musiknachmittag.“

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