Körperpflege, Seelenstärkung

Körperpflege, Seelenstärkung

In Deutschland gibt es 12.000 ambulante Pflegedienste – was machen die eigentlich? Sie kümmern sich um alte Menschen, die im Alltag Hilfe brauchen. Die Zahl pflegebedürftiger Menschen steigt – und mit ihnen die Vorurteile gegen den Berufszweig „Pflege“: Müssen Pflegekräfte von einem zum anderen hetzen? Gibt es kaum Zeit für den Einzelnen? Britta Gerdes, ambulante Pflegekraft der Diakoniestation Friedenskirche Siek, erlaubt einen Blick in ihren Berufsalltag.

Dieser beginnt, als die Pflegekraft um 7:07 Uhr ihr Dienstfahrzeug startet und zu ihrer ersten Pflegekundin aufbricht: „Frau Schurmann ist 94 Jahre alt, noch sehr selbstständig, braucht aber Hilfe beim Anziehen ihrer Kompressionsstrümpfe.“ Die 94-Jährige kommt ihr bereits in ihrem Morgenmantel entgegen und ist erstaunlich gut zu Fuß. Die beiden sind sofort ins Gespräch vertieft: Man merkt, dass sie viel Zeit miteinander verbringen, eine Verbindung aufgebaut haben, die weit über das Fachliche der Pflege hinausgeht.

Hausbesuch Nr. 2 – Fahrtzeit: 3 Minuten

Während der kurzen Fahrt stimmt sich Britta Gerdes auf ihren nächsten Hausbesuch ein: Bei Herrn Meyer schaue ich vorbei um sicherzugehen, dass er seine Medikamente genommen hat.“ Eine Stippvisite: Vorgefahren, ans Fenster geklopft, ein kleiner plattdeutscher Schnack im Haus. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einem Menschen morgens in den Tag helfen.

Menschlich und nah

Neun weitere Pflegekunden besucht die Hauspflegerin an diesem Tag. Sie hilft beim Duschen, anziehen, bereitet Frühstück vor. Immer sorgfältig. Und immer mit einem offenen Ohr. Mit einigen ihrer Pflegekunden versteht sie sich so gut, dass sie manchmal kleine Ausflüge machen – ermöglicht durch Betreuungsleistungen, die das neue Pflegestärkungsgesetz seit diesem Jahr für alle Pflegebedürftigen bereithält. Frau Martens ist eine solche Pflegekundin, die von den erweiterten Leistungen der Pflegekasse profitiert. Aber die Zuneigung ist beidseitig: „Frau Martens ist ein bisschen wie eine Mutter für mich. Neulich waren wir zusammen Stint essen“, berichtet Britta, als Frau Martens zum Abschied ruft: „Tschüss meine Süße!“

Kein Mensch hat immer gute Laune. Eine 90-jährige Kundin schimpft an diesem Tag wie ein Rohrspatz. Auch damit müssen Pflegekräfte umgehen. Britta Gerdes tut dies mit Geduld und bestärkenden Worten. Und siehe da: Sie verabschiedet sich von einer wesentlich besser gestimmten Dame.

Vorher und Nachher

Letzte Station: Das Gartencenter. Frau Brandt (79) möchte vor dem Frühling den Grünbelag auf ihrer Terrasse entfernen. Zielsicher gehen die beiden Frauen durch die Blumenreihen. Die Frühblüher haben eine beschwingende Wirkung auf die beiden Damen: Gemeinsam planen sie einen baldigen Ausflug nach Mölln.

Britta Gerdes hilft all ihren Pflegekunden. Fachlich souverän kümmert sie sich um die körperlichen Beschwerden. Mehr noch: Sie ermutigt, leitet in den Tag, gibt Rat. Häufig entstehen so freundschaftliche Kontakte. Das ist etwas ganz anderes als gehetzte Pflege mit der Stechuhr.

"Alle Neune" gerade sein lassen!

Beim Kegeln? Alle Neune gerade sein lassen? Ja und nein. Ja, weil bei der nächsten Wohlfühlaktion des Demenznetz Wilhelmsburg alle einen ausgelassenen und entspannten Nachmittag verbringen sollen. Und nein, weil beim Kegeln natürlich am Ende kein Kegel mehr stehen soll!

Mal schauen, wer einen Pokal mit nach Hause nimmt und wer der Pudelkönig wird – Die nächste Wohlfühlaktion findet statt am:

Mittwoch, 29. April 2015 von 14:30 Uhr bis 16:30 Uhr im Restaurant Kupferkrug (Riege), Niedergeorgswerder Deich 75, 21109 Hamburg.

Eingeladen sind alle, die gerne kegeln (Angehörige, Betroffene, Ehrenamtliche) und ein paar ausgelassene Stunden verbringen wollen – körperliche Unversertheit ist dabei keine Voraussetzung! Es entstehen keine Kosten für die Kegelbahn, Getränke werden individuell bestellt und bezahlt.

Anmeldungen nimmt Anita Hagen bis zum 24. April 2015 unter Tel. 040-75 24 59 22 entgegen.
Alle Informationen zu der Veranstaltung, Busanreise und Transfer finden Sie in der angehängten Einladung.

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