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Wieder auf die Beine gekommen

Pressemitteilung: "Wieder auf die Beine gekommen"

Petra Schnitt war verzweifelt. Im Frühjahr unterband die erste Welle der Corona-Pandemie den Kontakt zu ihrer Mutter, die in einem Pflegeheim lebte. Dort galt zunächst ein vollständiges Besuchsverbot, dann waren Besuche auf eine Stunde pro Woche beschränkt. „Ich bin Krankenschwester. Ich kann die Restriktionen verstehen. Trotzdem: Das war sehr wenig Zeit. Vor der Epidemie war ich fast täglich da“, erzählt sie.

Das Seniorenheim hatte sich jahrelang als guter Ort bewährt, betont die gelernte Krankenschwester. „Meine Mutter bewohnte ein verwinkeltes Zimmer, das sie ihr ‚schönes Zuhause‘ nannte.“ Covid-19, die umfassenden Zugangsbeschränkungen und ein vorsorglicher Krankenhausaufenthalt nach einem Sturz veränderten alles. „Meine Mutter vereinsamte. Auch weil sie nach ihrer Rückkehr ins Heim in ein anderes Zimmer verlegt wurde.“ Marianne Jastrow, so der Name der fast 90-Jährigen, verlor zusehends an Lebensmut: „Sie aß und trank immer weniger, hatte kaum Abwechslung, wollte nur noch schlafen und wurde vollständig bettlägerig“, so ihre Tochter rückblickend.

Eine Freundin kam in dieser Situation auf eine Idee: Sie schlug den Wechsel in eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz vor und vermittelte den Kontakt zu Martina Lorenz von der Pflegediakonie Rendsburg. „Frau Lorenz und ich haben viel telefoniert. Sie besuchte meine Mutter zudem im Heim und machte sich selbst ein Bild. Und mir Hoffnung.“ Weil Marianne Jastrow ärztlich attestiert an Demenz leidet, lagen die formalen Bedingungen für die Aufnahme in eine entsprechende Wohngemeinschaft vor. „Aber ich musste mich dennoch überwinden, diesem Umzug zuzustimmen. Einen alten Baum soll man bekanntlich nicht verpflanzen.“

Passende Alternative

Es war offenbar die richtige Entscheidung. Seit Mitte November, seit dem Einzug in die Wohngemeinschaft in der Parksiedlung Rendsburg, lebt Marianne Jastrow auf. „Ich kann es kaum glauben – aber meine Mutter, die das Bett praktisch wochenlang nicht verlassen hat, kann jetzt wieder auf eigenen Beinen stehen, gestützt auf ihren Rollator“, freut sich die Tochter. „Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kümmern sich liebevoll. Sie lassen sich Zeit. Sie stellen die Bedürfnisse der Bewohner in den Mittelpunkt. Und ich kann meine Mutter viel öfter besuchen.“

Petra Schnitt unterstreicht, es sei wertvoll, wenn Pflege in vielen Versorgungsformen angeboten werde, wenn Alternativen vorhanden seien. „Pflegeheime sind oft eine gute Wahl. Meine Mutter hat das Leben dort lange genossen. Es können aber Umstände eintreten, die Veränderungen nötig machen. Ich bin meiner Freundin für ihre Idee so dankbar!“ Sie lacht: „Auch Rendsburg bin ich dankbar, denn hier, mitten in unserer Stadt, gibt es diese Spezialangebote.“