Newsdetail
Zurück zur Übersicht

Trauer & Erinnerungen brauchen einen Ort

Pressemitteilung:"Ein gemeinsamer Ort der Trauer"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat offiziell zum gemeinsamen Gedenken für die Verstorbenen in der Corona-Pandemie am 18. April aufgerufen. Die Pflegediakonie und die Stadt Rendsburg folgen diesem Aufruf. Erinnerung an die während der Corona-Pandemie Verstorbenen.

Gemeinsames Gedenken und Eröffnung des Blumenfeldes am 18. April 2021 um 11 Uhr in Rendsburg als Zeichen der Verbundenheit mit den Hinterbliebenen, die während der Corona-Pandemie von einem geliebten Menschen Abschied nehmen mussten.
Auf Initiative von Barbara Deuber – Leiterin des Fachbereichs Trauerarbeit bei der Pflegediakonie Rendsburg – und in Zusammenarbeit mit der Stadt Rendsburg ist auf dem Rendsburger Eiland ein Ort der Erinnerung entstanden.

Anfang Februar dieses Jahres nahm die Trauerbegleiterin Kontakt zum Rathaus Rendsburg auf. Es brauchte wenig Überzeugungsarbeit bei Bürgermeisterin Janet Sönnichsen, eine Form zu finden, die den Trauernden zeigt, dass sie in dieser schwierigen Zeit nicht vergessen werden. Es geht darum, ein Zeichen zu setzen, dass wir als Gesellschaft der Menschen gedenken, die in dieser Zeit verstorben sind. Und derer, die in dieser Zeit Abschied nehmen mussten. Die Bürgermeisterin sicherte jede Unterstützung ihrer Verwaltung zu. Bald war ein Ort gefunden, der zum Verweilen einlädt. Symbolisch wurden knapp 1000 Blumen gepflanzt, Vergissmeinnicht neben weiteren Frühjahrsblühern. Die Zahl 1000 steht für die Anzahl an Sterbefällen im Laufe des Jahres 2020 in Rendsburg. Um diese Verstorbenen konnte nur unter erschwerten Bedingungen getrauert werden. Trauer aber braucht Gemeinschaft. Tröstende Gemeinschaft! Dies ist derzeit, nur eingeschränkt zu ermöglichen. Die Reglementierungen für Abschiedsnahmen und Trauerfeiern sind nach wie vor eng gesteckt. Wer im vergangenen Jahr von einem geliebten Menschen Abschied nehmen musste, hatte sich an strenge Auflagen zu halten. Wichtige und trostspendende Rituale waren nicht erlaubt und sind auch weiterhin kaum möglich.
„Das aktuell unumgängliche Verbot körperlicher Nähe und des tröstenden Beisammenseins steht dem Verständnis heilsamer Trauer vollkommen entgegen,“ beschreibt Barbara Deuber die belastende Situation trauernder Angehöriger.
Der Bedarf an Einzelbegleitungen bei der Pflegediakonie ist dem entsprechend deutlich angestiegen. „Ich bin erleichtert, dass wenigstens dies unter den vorgeschriebenen Hygieneregeln möglich ist.“ Die Trauerarbeit bei der Pflegediakonie hat außerdem neue Formen der Begleitung gefunden. Im vergangenen Sommer fanden verschiedene Treffen im Freien statt. Inzwischen treffen sich einzelne Trauergruppen digital. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen unterstützen Trauernde durch regelmäßige Telefonate. Die Mitarbeit für Ehrenamtliche in Präsenz ist allerdings derzeit nicht möglich.
„Die wertvolle Unterstützung durch Ehrenamtliche fehlt.“ Es bleiben gemeinschaftsstiftende Rituale verwehrt. Angebote, wie das Trauercafé oder das Café Trost können aktuell nicht stattfinden. Geplante Trauerspaziergänge mussten abgesagt werden.
Die mit der Corona-Pandemie einhergehenden Einschränkungen im Umgang miteinander, die Beschränkungen und Verbote sorgen auf vielen Ebenen für soziale und psychische Belastungen. Diese haben Auswirkungen auf die seelische und körperliche Gesundheit.
„Wir wissen um die besondere Belastung Trauernder in diesen Zeiten und zeigen uns durch unsere gemeinsame Aktion mit ihnen solidarisch“ versichert Barbara Deuber.

Am 18. April wird die Gedenkstätte auf dem Rendsburger Eiland der Öffentlichkeit vorgestellt. Hierzu gehören die Blumenwiese rund um einen neu gepflanzten Baum, eine Sitzbank lädt zum Verweilen ein und eine Plakette mit der Inschrift: „Wir gedenken der während der Corona-Pandemie Verstorbenen 18. April 2021“ beschreibt den Ort.
Bürgermeisterin Janet Sönnichsen (oder Stadtpräsident Thomas Krabbes) für die Stadt Rendsburg und Trauerbegleiterin Barbara Deuber für die Pflegediakonie Rendsburg geben mit einem Ritual und in Anwesenheit weniger Teilnehmer*innen aus dem Kreis der Betroffenen, dem Ehrenamt und dem Bestattungsgewerbe die Gedenkstätte am 18. April 2021 (vermutlich um 11 Uhr) für die Öffentlichkeit frei.
.